Aktueller Rundbrief: Ausgabe 6 – Juni2020

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

BALD MELDEPFLICHT FÜR CORONA-INFEKTIONEN BEI HAUSTIEREN?

Nachdem weltweit Einzelfälle von Corona-Infektionen bei Haustieren festgestellt wurden, sollen nachgewiesene Infektionen bei Haustieren zukünftig der Meldepflicht unterliegen. Ein entsprechender Verordnungsentwurf soll voraussichtlich am 3. Juli im Bundesrat behandelt werden. Er bezieht sich auf alle vom Menschen gehaltenen Tiere, einschließlich der Zootiere. Zwar gibt es bisher keine Nachweise, dass eine Virusübertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist. Dennoch sollen durch eine Meldepflicht erhobene Daten Antworten auf weitergehende und noch ungeklärte Fragen über Vorkommen und Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren liefern. Eine Pflicht, sein Haustier auf SARS-CoV-2 untersuchen zu lassen, besteht selbstverständlich nicht. Ein Test wird jedoch empfohlen, sobald entsprechende klinische Symptome bei einem Haustier festgestellt werden. Für die Meldung verantwortlich sein sollen unter anderem Tierärzte und die zuständigen Veterinärämter. Auch sollen gegebenenfalls zu erhebende Maßnahmen infolge eines positiven Untersuchungsbefundes mit dem behandelnden Tierarzt und der Veterinärbehörde des Gesundheitsamtes vor Ort abgestimmt werden.

 

PRÄMIEN FÜR AZUBIS, MEHRWERTSTEUERSENKUNG

Ein am 3. Juni beschlossenen Konjunkturpaket zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie umfasst unter anderem Maßnahmen zur Unterstützung von Auszubildenden bzw. Ausbildern. So sieht die „Allianz für Ausbildung" folgende Prämien für die Ausbildung von TFAs vor:

- 2.000 Euro pro abgeschlossenem Ausbildungsvertrag erhalten Betriebe, die die Zahl ihrer Ausbildungsplätze verglichen mit den vergangenen drei Jahren nicht verringern.

- 3.000 Euro pro zusätzlichem Vertrag erhalten Betriebe, die die Zahl der Verträge noch aufgestockt haben.

Die Prämien werden am Ende der Probezeit ausgezahlt. Auch sollen Betriebe, die ihre Ausbildungsaktivität trotz Corona-Belastungen fortsetzen und Ausbilder und Azubi nicht in Kurzarbeit bringen, eine Förderung erhalten. Ebenso sollen Ausbilder, die in diesem Jahr Azubis aus insolventen Unternehmen übernehmen, eine Übernahmeprämie erhalten. Sollte sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verschärfen, ist ein befristetes Programm geplant, das den Ausbildungsbetrieben die Möglichkeit bietet, Teile der Ausbildung an überbetriebliche Bildungsstätten zu übertragen.

Mehrwertsteuer
Eine Verabschiedung durch den Bundesrat vorausgesetzt, wird die Mehrwertsteuer befristet vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 Prozent auf 16 Prozent, der reduzierte Steuersatz von 7 Prozent auf 5 Prozent (z. B. für Futtermittel). Das soll die Kaufkraft stärken und Tierbesitzern mit geringeren Einkommen zugutekommen. Praxisinhaber müssen daran denken, entsprechende Änderungen in ihren Praxisprogrammen vorzunehmen.

 

REGIERUNGSKOALITION SIGNALISIERT UNTERSTÜTZUNG FÜR BORCHERT-KOMMISSION

Die Regierungskoalition stellt sich zumindest im Grundsatz hinter die Vorschläge der Borchert-Kommission zum Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland. In einem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, die Empfehlungen „in Konsequenz und in Gänze aufzugreifen" und „notwendige rechtliche Rahmenbedingungen anzupassen". Neben Finanzierungsvorschlägen zur Weiterentwicklung der Tierhaltung soll die Regierung dem Bundestag „eine kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsstrategie" inklusive konkreter Empfehlungen für Neubauten sowie Entwicklungsperspektiven für bestehende Tierhaltungen vorlegen.
Begrüßt wird der Ansatz der Borchert-Kommission, die Mehrkosten aus einer Kombination von staatlicher Investitionsförderung, Tierwohlprämien sowie höheren Marktpreisen zu decken. Mit dem Ziel, „einen breiten gesellschaftlichen Konsens über das anzustrebende Tierschutzniveau und die dafür erforderliche finanzielle Honorierung zu erreichen", soll die Bundesregierung einen Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen anstoßen. Darüber hinaus soll sie die Weiterarbeit der Borchert-Kommission in Arbeitsgruppen garantieren. Im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft soll die Regierung darauf hinwirken, dass eine EU-verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung eingeführt wird.

 

BETRUG BEIM PFERDEKAUF

Der Tierärztekammer Schleswig-Holstein wurde jüngst ein Betrugsfall bei einem Pferdekauf gemeldet. Auf Basis eines gefälschten tierärztlichen Ankaufuntersuchungsprotokolls wurde der Kauf abgeschlossen, zur Auslieferung des Pferdes kam es allerdings nie. Der Geschädigte hat bei der Polizeiinspektion 45 (München-Pasing) Anzeige erstattet. Das Verfahren wird dort unter dem Aktenzeichen BY 8545-008298-20/5 geführt.
Sollten in Ihrem Kammerbereich ähnliche Vorfälle auftreten bzw. aufgetreten sein, halten wir es für ratsam, sich direkt mit der Polizeiinspektion 45 in Verbindung zu setzen.

 

MISCHFUTTERPRÜFUNG DES VFT DECKT MÄNGEL AUF

Als Zusammenschluss landwirtschaftlicher Organisationen beprobt der Verein Futtermitteltest (VFT) seit 1991 regelmäßig Mischfutter verschiedener Hersteller. Ziel dieser laufenden Qualitätsprüfung der am Markt befindlichen Mischfutter für Rinder, Schweine, Geflügel, Pferde sowie Schafe sei es, den Tierhaltern verlässliche Informationen über deren Inhaltsstoffe als Kaufentscheidung an die Hand zu geben. Die Untersuchung umfasse sowohl die Deklarationskontrolle auf mögliche Abweichungen von Herstellerangaben als auch eine bundeseinheitliche fachliche Bewertung unter Berücksichtigung des Einsatzzwecks und der dabei notwendigen Nährstoffgehalte. Insgesamt meldet der Verein für die vergangenen zwei Jahren im Mittel bei der futtermittelrechtlichen Überprüfung eine recht geringe Beanstandungsquote von 2,7 Prozent. Bei der fachlichen Bewertung konnte für rund 78 Prozent der Futter die Bestnote „1" vergeben werden. Während Mängel in Alleinfuttermitteln vor allem bei Inhaltsstoffen aufgetreten seien, seien bei Ergänzungsfutter die für einen korrekten Einsatz wichtigen Fütterungshinweise teils ungenau angegeben worden. Während festgestellt werden konnte, dass Beanstandungen wegen zu geringer Gehalte an Energie oder Aminosäuren deutlich abgenommen haben, werden laut VFT in den letzten Jahren vermehrt Futter ohne Energieangaben angeboten. Dies erschwere die Zuteilung und Auswahl des Futters und ziehe eine Abwertung nach sich. Nach wie vor gebe es einige Futtertypen und Marken, bei denen überdurchschnittlich viele Mängel festzustellen seien, berichtete der Verein.

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Juli 2020

 

Depression und Suizidgefahr

Ob Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ein erhöhtes Risiko für Depression und Selbstmord haben, konnte aufgrund der bestehenden Datenlage bisher nicht sicher gesagt werden. Mit einer Onlineumfrage sollte diese Datenlücke geschlossen werden. Die ersten Ergebnisse stellen Kathrin Schwerdtfeger, Prof. Dr. Heide Glaesmer und Prof. Dr. Mahtab Bahramsoltani hier vor.

Konsiliarlabor

In der dritten Folge unserer Serie stellen Dr. Reinhard Sting und Dr. Birgitta Polley das von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) ernannte Konsiliarlabor für Corynebacterium pseudotuberculosis am CVUA Stuttgart und Dr. Katrin Strutzberg-Minder et al. das DVG-Konsiliarlabor für Leptospira spp. an der IVD GmbH vor.

Tierärztestatistik

Die deutsche Tierärzteschaft 2019 in Zahlen. Für das Jahr 2019 wurde die jährliche Statistik erstmals komplett durch Abfrage der Daten aus den Mitgliederverwaltungssystemen der einzelnen Landes-/Tierärztekammern erhoben.

 

Termine 2020

30. Juni Ad-hoc-AG GOT Telefonkonferenz
30. Juni Ausschuss für Lebensmittel-, Fleisch- und Milchhygiene Videokonferenz
07. Juli ATF-Vorstand Videokonferenz
15.Juli Finanz- und Haushaltsausschuss Berlin
18. September Erweitertes Präsidium Berlin

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links. 

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