Aktueller Rundbrief: Ausgabe 11 – November 2022

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

Erreichbarkeit der ATF- und BTK­Geschäftsstelle zwischen den Jahren

Vom 27. bis 30.12.2022 sind die Geschäftsstellen von Bundestierärztekammer und Akademie für tierärztliche Fortbildung nur über E-Mail erreichbar.

BTK-Geschäftsstelle: geschaeftsstelle@btkberlin.de

ATF-Geschäftsstelle: atf@btkberlin.de

 

alpha-Chloralose-Vergiftungen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Erkenntnisse über Vergiftungen von Katzen und Hunden mit dem bioziden Wirkstoff alpha-Chloralose erlangt.

Alpha-Chloralose wird als Rodentizid bei Mäusebefall eingesetzt. Haustiere können durch die direkte Aufnahme des Köders (Primärvergiftung) oder aber indirekt durch das Fressen vergifteter Mäuse (Sekundärvergiftung) alpha-Chloralose aufnehmen. Je nach aufgenommener Menge kann dies zu teilweise schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Zu den häufigsten berichteten klinischen Anzeichen zählen: Schläfrigkeit/Apathie, Spasmen, Tremor, Hyperästhesie, Hypothermie, Hypersalivation, Miosis, Stupor, Koma und Ataxie.

Die im BfR vorliegenden Daten stammen u. a. aus einer Umfrage, die 2020 über die tierärztlichen Fachgesellschaften und Hochschulen in Deutschland durchgeführt wurde. Um die Datenbasis zu aktualisieren, plant das BfR nun eine erneute Umfrage zum Auftreten von möglichen alpha-Chloralose-Vergiftungen bei (Haus-)Tieren. Das BfR ist in diesem Kontext an den Erfahrungen und Beobachtungen v. a. von Tierärzt:innen interessiert und bittet daher um breite Teilnahme.

Interessierte Personen, Praxen und Kliniken werden gebeten, ihre Kontaktdaten bis 09.12.2022 an die E-Mail-Adresse biozid@bfr.bund.de zu schicken, um über den Start der Fragebogenaktion entsprechend informiert zu werden.

 

FVE-Bericht über Engpässe bei Arzneimitteln und Impfstoffen

Basierend auf den Ergebnissen ihrer Umfrage zu Engpässen bei Tierarzneimitteln hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE) einen Bericht erstellt. Durch die von den Teilnehmenden bereitgestellten Informationen konnte die FVE die Bedürfnisse der Fachleute ermitteln. Auf Grundlage der Ergebnisse wird die FVE versuchen, mit politischen Entscheidungsträger:innen sowie anderen Interessengruppen nach Lösungswegen zu suchen.

Der Bericht über die Tierarzneimittelengpässe in der EU enthält auch eine Liste von Ansprechpartner:innen, die für Engpässe in den verschiedenen Ländern zuständig sind.

Der FVE-Bericht kann bei Interesse in der BTK-Geschäftsstelle angefordert werden.

 

BVL weist auf Risiken versehentlicher Einnahme von Tierarzneimitteln hin

Aufgrund von Verwechslungen und der versehentlichen Einnahme von Tierarzneimitteln durch Menschen weist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) insbesondere Pferdehalter:innen auf Vorsichtsmaßnahmen hin. So gab es seit März in Deutschland bereits vier Fälle einer Einnahme Pergolid-haltiger Tiermedikamente. Nach deren Einnahme klagten Betroffene über zum Teil erhebliche gesundheitliche Beschwerden. Der Wirkstoff Pergolid, der bei älteren Pferden zur Behandlung des sogenannten Equinen-Cushing-Syndroms eingesetzt wird, kann beim Menschen zu Schwindel, Lethargie, Erbrechen, Blutdruckabfall und auch Bewusstlosigkeit führen.

Ursachen für eine orale Aufnahme von Tierarzneimitteln sind oft die Verwechslung mit eigenen Medikamenten sowie die versehentliche Einnahme von Lebensmitteln, die für die Medikation von Pferden zubereitet wurden.

Auch in Pensionspferdeställen sollte sichergestellt werden, dass alle Personen, die Pferden Medikamente verabreichen, ausreichend über die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen informiert sind. Tierarzneimittel sollten deshalb immer nur in der Originalverpackung zusammen mit der Gebrauchsinformation des Herstellers aufbewahrt werden.

Beim Auftreten von Symptomen bitte dieses unerwünschte Ereignis (UE) auch an das BVL unter www.vet-uaw.de/ melden.

· Pressemitteilung auf der BVL-Webseite (23.11.2022)

 

BVL veröffentlicht „Trendbericht Zoonosen“

Das BVL hat den Trendbericht Zoonosen für das Berichtsjahr 2020 vorgelegt. Schwerpunkt des neuen Berichts ist ein Vergleich zwischen den repräsentativ erhobenen Daten aus dem europäischen Zoonosenmonitoring und denen der amtlichen Lebensmittelüberwachung für berichtspflichtige Erreger in Deutschland. 2020 wurden bei der Lebensmittelüberwachung 9,2 Prozent der untersuchten Hähnchenfleischproben positiv auf Salmonella spp. getestet. In den Vorjahren lag diese Rate zwischen 5 und 12 Prozent. Diese Daten wiesen deutlich höhere Prävalenzen auf als die repräsentativen Daten des Zoonosenmonitorings: Bei diesen Untersuchungen wurden 2020 nur 4,6 Prozent der frischen Hähnchenfleischproben positiv auf Samonella spp. geprüft; in den Jahren davor reichte die Spanne von 4 bis 6 Prozent.

Laut BVL könnten die unterschiedlichen Werte dadurch entstanden sein, dass die Proben bei der Untersuchung der Lebensmittelüberwachung risikoorientiert nicht nur im Einzelhandel, sondern u. a. auch in Restaurants und Cateringbetrieben ausgewählt werden. Die Proben des Zoonosenmonitorings werden dagegen ausschließlich im Einzelhandel genommen. Daher waren wohl auch die Funde von Campylobacter spp. in Hähnchenfleischproben der Lebensmittelüberwachung in den Jahren 2018 und 2019 rund 10 Prozent höher als beim Zoonosenmonitoring. Weitere vergleichende Ergebnisse werden im Trendbericht auch für Listeriose und Eschericha coli vorgestellt.

· „Trendbericht Zoonosen“

 

BTK veröffentlicht Anmerkungen zur Entscheidung des Bundesverfassungsgericht

Nach der im Januar 2022 eingelegten Beschwerde gegen den im neuen Arzneimittelrecht verankerten Tierarztvorbehalt bei der Anwendung von Humanhomöopathika, hat das Bundesverfassungsgericht am 16.11.2022 diesen Vorbehalt nun aufgehoben.

· Anmerkungen der BTK zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Tierarztvorbehalt für die Anwendung nicht verschreibungspflichtiger Humanhomöopathika bei Tieren

 

Neuer Vorstand der UEVH

Im Rahmen der Generalversammlung der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) hat die Union of Veterinary Hygienists (UEVH) einen neuen Vorstand gewählt. Die 1. Vizepräsidentin der BTK Dr. Iris Fuchs wurde zur Vizepräsidentin gewählt.

Foto (v.l.n.r.): Alvaro Matteo Amann (Schatzmeister), Dr. Iris Fuchs (Vizepräsidentin), Jason Aldiss (Präsident), Slaven Grbic (Senior Vizepräsident) und Ole Arne Alvseike (Generalsekretär)

 

Umfrage zur psychosozialen Belastung von amtlichen Tierärzt:innen

Nicht nur kurativ tätige Tierärzt:innen, sondern auch Amtstierärzt:innen sind in ihrer Tätigkeit vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Dies soll anhand einer Onlinebefragung des Instituts für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie der Freien Universität (FU) Berlin erhoben werden. Lösungsorientiert sollen zudem mögliche Maßnahmen zur Entlastung hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit und ihres erwarteten Nutzens beurteilt werden. Alle amtlichen Tierärzt:innen sind eingeladen, an der vom Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) unterstützten Onlinebefragung teilzunehmen.

Ziel dieser Forschung ist, den Beruf in der Zukunft so zu gestalten, dass er – vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels – attraktiver wird.                                      

Zur Umfrage: https://vetepi.limesurvey.net/935244

Fragen oder Anmerkungen schreiben Sie gerne an: Charlotte.Jensen@fu-berlin.de

 

News für die Veterinärdiagnostik im LabLoeffler 25

Der aktuelle LabLoeffler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist online erschienen. Das Fachmagazin des FLI für die Veterinärdiagnostik in Deutschland beleuchtet den Stand bei der Afrikanischen Schweinepest und Geflügelpest ebenso wie Rustrelavirus-Infektionen bei Wild- und Zootieren. Über den Tellerrand der Diagnostik blickt der Beitrag zum Nationalen Tierwohl-Monitoring. 

· Beitrag auf FLI-Webseite (24.1.2022)

· LabLoeffler (PDF)

 

BNITM und FLI bündeln Kräfte bei One-Health-Forschung

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und das FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, intensivieren ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der One Health-Forschung. Ziel ist, Zoonosen effektiver zu bekämpfen und Human- und Tiergesundheit nachhaltig zu verbessern. Die Institute wollen gemeinsame Forschungsvorhaben im Bereich One Health anstoßen und dafür auch gemeinsam Forschungsmittel beantragen. Studierende, Promovierende und Postgraduierte sollen an Kursen und Seminaren des jeweils anderen Instituts teilnehmen und sogar an der Partnerinstitution forschen können. Auch sollen wissenschaftliche Materialien und Veröffentlichungen geteilt werden.

Weitere Synergien erhoffen sich BNITM und FLI bei der Nutzung von Forschungsinfrastrukturen und der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in ressourcenarmen Regionen, etwa in Afrika. Hier wollen die Institute nach Möglichkeiten suchen, gemeinsame Forschungs- und Ausbildungsinitiativen aufzusetzen.

· Pressemitteilung auf der FLI-Webseite (03.11.2022)

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Dezember 2022

 

Animal Hoarding

Um einen Überblick über die Situation des Animal Hoardings in Deutschland zu bekommen und mittels wissenschaftlicher Fakten über dieses Phänomen aufklären zu können, sammelt der Deutsche Tierschutzbund bereits seit 2008 Daten und Informationen zu Fällen von Animal Hoarding. Die Erkenntnisse der letzten 10 Jahre sind hier von Nina Brakebusch und Andrea Mihali kurz zusammengefasst.

Aufklärungs-Leitfaden (2022)

Mit dem Ziel, Tierärzt:innen eine Handlungsanweisung zur sorgfältigen Aufklärungs-, Informations- und Hinweispflicht basierend auf der aktuellen Rechtsprechung zur Verfügung zu stellen, hat der Arbeitskreis „Aufklärungs- und Informationspflicht in der Pferdepraxis“ der Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM) die im Jahre 2002 von GPM und Bundestierärztekammer (BTK) herausgegebenen „Leitlinien zur Aufklärungspflicht in der Pferdepraxis“ grundlegend überarbeitet und umfassend aktualisiert. Der neue Aufklärungspflicht-Leitfaden (2022) wird hier vorgestellt.

Impfstoffanwendung

Die Abteilung Veterinärmedizin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) erläutert hier aus gegebenem Anlass die Folgen eines unsachgemäßen Gebrauchs bzw. einer inkorrekten Anwendung von zugelassenen Impfstoffen für Tiere und deren Konsequenzen für die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Tierarzneimittel.

 

Termine 2022

1. Dezember AG Telemedizin

Videokonferenz

2. Dezember AG Tierschutz Nutztierzucht

Videokonferenz

6. Dezember BTK-Ausschuss für Fische

Videokonferenz

6. Dezember Erweitertes Präsidium

Videokonferenz

7. Dezember  AG GOT

Telefonkonferenz

Termine 2023

 
23./24. März Erweitertes Präsidium

Berlin

24./25. März

Frühjahrs-Delegiertenversammlung Berlin

5./6. Oktober

Erweitertes Präsidium Berlin

6./7. Oktober

Herbst-Delegiertenversammlung Berlin



Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen

Präsenzveranstaltungen

Online-Fortbildungen

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.