Aktueller Rundbrief: Ausgabe 1 – Januar 2026
Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.
BTK begrüßt erweiterten strafrechtlichen Schutz für Tierärzt:innen
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Die Bundestierärztekammer (BTK) begrüßt den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches, mit dem der besondere strafrechtliche Schutz künftig auch auf Tierärzt:innen, Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) sowie Personen in der Ausbildung ausgeweitet werden soll. Damit wird eine langjährige Forderung der BTK aufgegriffen.
Hintergrund ist die zunehmende Zahl verbaler und körperlicher Übergriffe, denen insbesondere Tierärzt:innen und TFAs – etwa im Notdienst oder im Rahmen hoheitlicher Tätigkeiten – ausgesetzt sind. Solche Angriffe haben gravierende Folgen für die Betroffenen und können die Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens beeinträchtigen.
BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel betont, dass Angriffe auf Angehörige der Heilberufe nicht hinnehmbar sind und konsequent strafrechtlich verfolgt werden müssen. Die geplante Gesetzesänderung stellt aus Sicht der BTK ein wichtiges und überfälliges Signal für mehr Schutz und Wertschätzung dar.
- BTK-Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches –Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens
- BTK-Pressemitteilung vom 29.01.2026
Neues Tierarzneimittelgesetz in Kraft
Seit dem 01.01.2026 gilt in Deutschland das novellierte Tierarzneimittelgesetz (TAMG, https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/TAMG.pdf). Ziel ist es, den Antibiotikaeinsatz transparenter zu gestalten und Resistenzen wirksamer zu bekämpfen. Mit der Novelle setzt Deutschland die EU-Tierarzneimittelverordnung (EU) 2019/6 um und erlaubt den Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel teilweise wieder. Die ursprünglich ab 2026 geplante Antibiotikameldung für Hunde und Katzen wurde auf den 14.01.2030 verschoben – ein Erfolg des Engagements der Bundestierärztekammer und weiterer Verbände.
Die Details zur Meldeverpflichtung für eingesetzte Antibiotikamengen ab 2026 für die Tierarten Pferde (inkl. Nicht-Schlachttiere), Gänse, Enten, Schafe, Ziegen, zur Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen und Fische der Arten Atlantischer Lachs, Regenbogenforelle, Goldbrasse, Wolfsbarsch und Karpfen sind im § 61a TAMG festgelegt worden. Die Betriebsnummer der Tierhaltenden muss nicht gemeldet werden. Weitere Informationen (u. a. FAQ, Video-Tutorials, Arzneimittellisten) finden Sie auf der BVL-Webseite: www.bvl.bund.de/verbrauchsmengenerfassung
Wenn Sie Fragen und/oder Rückmeldungen haben, können Sie sich per E-Mail direkt an das BVL wenden: verbrauchsmengenerfassung@bvl.bund.de
vom 08.01.2026 (Pharmazeutische Zeitung)
- Aktuelles zum Stand der rechtlichen Umsetzung der Antibiotikameldungen (BVL)
- FAQ_Antibiotikameldungen (BVL)
- Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung vom 08.01.2026
Landestierschutzbeauftragte warnt vor dem Kauf von Wolfshybriden
Die Landestierschutzbeauftragte Hessen, Dr. Madeleine Martin, rät in einer Pressemitteilung vom Kauf eines Wolfshybriden dringend ab. Leider würden immer wieder sogenannte Tierliebhaber:innen Mischlinge aus Hund und Wolf erwerben, in der fälschlichen Annahme, sie erhielten so einen Hausgenossen, der wie ein Wolf aussieht, sich aber wie ein domestizierter Hund benimmt. Das Gegenteil sei aber der Fall. Wolfshybride würden sich nicht wie Hunde halten und erziehen lassen, warnt die Landestierschutzbeauftragte.
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Symbolbild: Wolfshund, © AdobeStock_390437216_Елена-Якимова
Wolfs-Hund-Mischlinge seien z. B. scheuer, ängstlicher und territorialer als Hunde und würden auf Umweltreize stark reagieren. Ihr Verhalten gleiche in der Regel dem von Wölfen, insbesondere, nachdem sie geschlechtsreif geworden sind. Die Haltung in Privathänden führe in der Regel zur völligen Überforderung der Halter:innen, auch zu tierschutzwidrigen Zuständen und zur Gefährdung von Menschen und anderen Tieren. Dies mündet regelmäßig in der Abgabe oder der Wegnahme der Tiere.
Die behördliche Wegnahme sei auch mit weiteren unterschiedlichen Schwierigkeiten verbunden, sagt die Tierschutzbeauftragte. Man brauche für das jeweilige Individuum passgenaue Plätze, wo sie dauerhaft leben können. Aber schon die vorübergehende Unterbringung der Tiere bedarf nicht nur hoher Sicherheitsstandards, sondern auch großen Fachwissens bei den Betreuenden.
- Pressemitteilung vom 12.01.2026 (Landestierschutzbeauftragte Hessen)
Menschlicher Einfluss auf das Fressverhalten von Seehunden
Wie stark menschliche Eingriffe das Fressverhalten von Seehunden prägen können, zeigt eine aktuelle Studie anhand historischer Präparate aus naturkundlichen Sammlungen. Forschende der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) und der Universität Leipzig untersuchten Abnutzungsspuren auf Seehundzähnen und veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Frontiers in Marine Science.
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Die Analyse ergab deutliche Unterschiede zwischen Seehunden aus dem dänischen Kattegat der 1960er- und 70er-Jahre und Tieren aus dem deutschen Wattenmeer der 1980er-Jahre. Diese Unterschiede lassen sich auf veränderte Umweltbedingungen, intensive Nutzung und Jagddruck sowie später einsetzende Schutzmaßnahmen zurückführen. Die Studie verdeutlicht, wie flexibel Seehunde ihr Nahrungsspektrum anpassen – und welchen hohen wissenschaftlichen Wert historische Sammlungen für das Verständnis langfristiger menschlicher Einflüsse auf marine Ökosysteme haben.
- Pressemitteilung vom 14.01.2026 (TiHo)
Erste internationale Leitlinie zu Demenzerkrankung beim Hund
Ein internationales Gremium hat im Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) die ersten internationalen Leitlinien zur Diagnose und zum Monitoring des Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) veröffentlicht. Diese fortschreitende, altersbedingte Hirnerkrankung bei älteren Hunden geht über die üblichen, altersbedingten Veränderungen hinaus, ähnlich wie Alzheimer beim Menschen. Die Leitlinien seien ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen, erläutert Prof. Dr. Holger Volk, PhD, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover. Sie seien bewusst praxisnah gestaltet und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen. Prof. Volk war Teil des Expertengremiums, in dem zwölf Fachleute aus Neurologie, Verhaltensmedizin, Grundlagenforschung, Neuropharmakologie, Neuropathologie, Radiologie und der haustierärztlichen Primärversorgung gemeinsam die Leitlinien erarbeiteten. Geleitet hat das Team Prof. Dr. Natasha J. Olby von der North Carolina State University in den USA.
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© TiHo
Die Leitlinien sollen helfen, CCDS frühestmöglich zu erkennen. Sechs unterschiedliche Verhaltensfelder helfen, die kognitive Gesundheit zu bewerten: die sogenannten DISHAA-Domänen: Desorientierung, soziale Interaktion, Schlaf-Wach-Rhythmus, Hausunreinheit, Aktivität, Angst.
Zudem definieren sie drei Schweregrade (mild, moderat, schwer) zur besseren Kommunikation und Therapieplanung. Das Gremium definierte zwei diagnostische Niveaus und benannte bestimmte histopathologische Merkmale als Goldstandard für Obduktionen.
- Grundsatzpapier JAVMA
Überalterte Zootiere gefährden langfristige Artenschutzziele
Viele Säugetierpopulationen in europäischen und nordamerikanischen Zoos seien überaltert und dadurch langfristig in ihrer Stabilität gefährdet. Das geht aus einer internationalen Studie unter Beteiligung der Goethe-Universität Frankfurt hervor, die kürzlich in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde.
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Die Analyse von Meireles und Kolleg:innen zeigt, dass die Fortpflanzung, wie hier am Beispiel des vom Aussterben bedrohten Grevyzebras (Equus grevyi) dargestellt, bei den Säugetierpopulationen in Zoos rückläufig ist, ©Tim Benz/Zoo Zürich
Für die Untersuchung haben die Forschenden die demografische Entwicklung von 774 Säugetierpopulationen in Zoos zwischen 1970 und 2023 analysiert. Mithilfe einer neu entwickelten Methode zur automatischen Auswertung von Alterspyramiden habe sich gezeigt, dass der Anteil junger Tiere in vielen Populationen zurückgegangen ist, während ältere Tiere überwiegen. Gleichzeitig habe die Zahl fortpflanzungsfähiger Weibchen deutlich abgenommen; in einzelnen Populationen habe es zuletzt keinen reproduktionsfähigen Nachwuchs mehr gegeben.
Nach Einschätzung der Autor:innen gefährde diese Entwicklung die Rolle moderner Zoos im Artenschutz. Um Reservepopulationen langfristig zu sichern, müsse das Populationsmanagement stärker auf demografische Nachhaltigkeit und stabile Altersstrukturen ausgerichtet werden.
- Beitrag vom 22.01.2026 (Goethe Universität)
forsa-Umfrage: Breite Zustimmung für Initiative Tierwohl und Haltungsform
Die Initiative Tierwohl (ITW) stößt laut einer repräsentativen forsa-Umfrage weiterhin auf große Zustimmung in der Bevölkerung. Die Befragung, die im November 2025 im Auftrag der ITW durchgeführt wurde, zeige, dass 88 Prozent der Befragten das Konzept der Initiative gut oder sehr gut bewerteten. 72 Prozent der Deutschen hätten bereits von der Initiative gehört.
Auch die Haltungsform-Kennzeichnung werde von Verbraucher:innen breit akzeptiert: 84 Prozent nähmen die Kennzeichnung auf Fleischverpackungen bewusst wahr, 90 Prozent bewerteten sie positiv. Eine große Mehrheit spreche sich zudem dafür aus, dass sich alle Lebensmitteleinzelhändler sowie große Gastronomieketten an der Kennzeichnung beteiligen sollten.
Mit Blick auf die geplante staatliche Tierhaltungskennzeichnung formuliere die Umfrage nach Angaben der ITW klare Erwartungen an die Politik. So forderten 96 Prozent der Befragten regelmäßige Stallkontrollen, 92 Prozent eine möglichst geringe Bürokratie für Betriebe und Handel und 84 Prozent, dass deutsche Tierhalter:innen nicht schlechter gestellt würden als ausländische.
- Pressemitteilung vom 15.01.2026 (ITW)
Studie: Parasitenkontrolle beim Pferd
Anthelminthikaresistenzen nehmen weltweit zu. Um besser zu verstehen, wie Parasitenkontrolle beim Pferd in der Praxis umgesetzt wird, führt Tünde Fekete, Studentin der Pferdewissenschaften an der University of Limerick (Irland), im Rahmen ihres Abschlussprojekts eine internationale Studie durch.
Untersucht wird der Einfluss von Regelungen und der Rolle von Tierärzt:innen auf die Parasitenkontrolle bei Pferden in Deutschland, Irland und Australien.
Gesucht werden Pferdehalter:innen und Tierärzt:innen, die an einer kurzen Onlineumfrage teilnehmen (6 Fragen, ca. 5 Minuten, auf Englisch). Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Optional können Pferdehalter:innen ein Folgeinterview angeben.
Zur Umfrage: Online Survey on Equine Parasite Control-Information sheet – Fill out form
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Bundeslebensmittelschlüssel jetzt kostenfrei nutzbar
Die umfassend überarbeitete Datenbank Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) umfasst Nährstoff- und Energieangaben zu mehr als 7.000 Lebensmitteln und Gerichten. Der vom Max Rubner-Institut (MRI) bereitgestellte BLS wird regelmäßig aktualisiert und kann ab sofort kostenlos genutzt werden; die bisherige Lizenzgebühr entfällt.
Der BLS dient als Standardinstrument zur Auswertung von Ernährungsstudien, als Grundlage für Ernährungsberatung sowie für ernährungs- und gesundheitspolitische Maßnahmen. Zudem kann er von Lebensmittelherstellern zur Berechnung der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung verwendet werden. Neben Makro- und Mikronährstoffen enthält die aktuelle Version auch erweiterte Angaben, u. a. zu Ballaststoffen sowie Fett- und Aminosäuren, und wurde um neue Lebensmittelgruppen wie Pflanzendrinks, Pseudogetreide und zahlreiche zusammengesetzte Gerichte ergänzt.
Lizenzfreier Onlinezugang zur Nährstoffdatenbank: https://www.blsdb.de/
- Pressemitteilung vom 16.12.2025 (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)
4. FVE VetSurvey – Ihre Teilnahme zählt!
Die 4. FVE VetSurvey der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) läuft noch bis Ende Februar. Die europaweite Umfrage erfasst die aktuelle Situation des tierärztlichen Berufs – von Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden über Karrierewege bis hin zu zukünftigen Herausforderungen.
Die Ergebnisse der bisherigen Erhebungen (2015, 2018 und 2023) haben eine wichtige Datengrundlage geschaffen – sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene. Auch diesmal gilt: Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto belastbarer und wirkungsvoller sind die Ergebnisse, etwa im Dialog mit Politik und Institutionen.
Zur Umfrage: https://survey.vetspanel.com/S2/150/FVE2025/?mod=0&dlang=en
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FVE-News 
- Newsmail 22. Dezember 2025
- Newsmail 13. Januar 2026
- Newsmail 20. Januar 2026
- Newsmail 27. Januar 2026
Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Februar 2026
Checklisten
Der BTK-Ausschuss für Wiederkäuer hat Checklisten erarbeitet, mit denen sowohl die rechtlichen Forderungen nach regelmäßigen Tiergesundheitsbesuchen in Nutztierhaltungen gem. Art. 25 des Animal Health Law (AHL) als auch die verpflichtenden Eigenkontrollen gem. § 11 Abs. 8 Tierschutzgesetz für Rinder-, Schafe-, Ziegen- und Neuweltkamel-haltende Betriebe dokumentiert werden können. Diese werden hier vom Ausschussvorsitzenden Dr. Michael Schmaußer vorgestellt.
ePaper statt Print
Bereits viel nachgefragt und demnächst möglich wird die Umstellung Ihres Abonnements für das Deutsche Tierärzteblatt von Print zu ePaper! Hier erhalten Sie zunächst eine Übersicht über die Möglichkeiten des ePapers.
2026
| 9. Februar | Präsidium | Videokonferenz |
| 23. Februar | Ausschuss für Arbeitsbedingungen | Videokonferenz |
| 24. Februar | Ausschuss für Gebühren | Berlin |
| 3. März | Ausschuss für Wiederkäuer | Videokonferenz |
| 9. April | Ausschuss für Schweine | Hannover |
| 9. April | Ausschuss für Versuchstierkunde und 3R | Berlin |
| 16./17. April | Erweitertes Präsidium | Berlin |
| 17./18. April | Frühjahrs-Delegiertenversammlung | Berlin |
| 4. Mai | Ausschuss Berufs- und Standesrecht, Geschichte und Ethik | Videokonferenz |
| 19./20. Mai | Geschäftsführerkonferenz | Stralsund |
| 9. Juni | Ausschuss für Wiederkäuer | Videokonferenz |
| 1./2. Oktober | Erweitertes Präsidium | Berlin |
| 2./3. Oktober | Herbst-Delegiertenversammlung | Berlin |
Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen
Bleiben Sie gesund!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle
*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.
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