Aktueller Rundbrief: Ausgabe 3 – März 2026

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl zur Präsidentin des BVL ernannt

Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, hat Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl zur Präsidentin des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ernannt. Die Naturwissenschaftlerin steht bereits seit Juli 2025 an der Spitze der 2002 gegründeten Bundesoberbehörde.

Bundesminister Alois Rainer (links), BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl und Staatssekretär Prof. Dr. Dr. Markus Schick bei der Amtseinführung. Quelle: BMLEH

Prof. Böl betonte anlässlich ihrer Amtseinführung die zentrale Rolle des BVL als Risikomanagementbehörde: Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern sichere das BVL die Lebensmittelsicherheit und koordiniere die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und EU.

Zudem verantwortet die Behörde die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen.

Die Biochemikerin promovierte an der Medizinischen Hochschule Hannover und habilitierte im Bereich Ernährung und Krebs. Zuvor leitete sie am Bundesinstitut für Risikobewertung die Abteilung Risikokommunikation und ist Professorin an der Universität Potsdam.

 

BMLEH ruft zur Impfung gegen die Blauzungenkrankheit auf

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) appelliert an Tierhaltende, ihre Rinder und Schafe rechtzeitig vor Beginn der warmen Jahreszeit gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Die virusbedingte Erkrankung wird durch Gnitzen übertragen und tritt insbesondere bei feuchtwarmem Wetter vermehrt auf.

In Deutschland zirkulieren derzeit v. a. die Serotypen 3 und 8, die bei Rindern und v. a. bei Schafen zu schweren Krankheitsverläufen führen können – mitunter auch tödlich. Neben den tiergesundheitlichen Auswirkungen entstehen häufig erhebliche wirtschaftliche Schäden für die Betriebe.

Staatssekretär Prof. Dr. Dr. Markus Schick betont die Bedeutung der Prävention. Eine frühzeitige Impfung sei der wirksamste Schutz vor den Folgen der Erkrankung. Tierhaltende sollten daher die verfügbaren Möglichkeiten konsequent nutzen und ihre Bestände vor Beginn der Gnitzensaison immunisieren.

Inzwischen stehen EU-weit zugelassene Impfstoffe gegen beide Serotypen zur Verfügung. Da keine Kreuzimmunität besteht, ist eine Impfung gegen BTV-3 und BTV-8 erforderlich.

 

GOT-Evaluierung

Die Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist planmäßig für 2026 vorgesehen. Wie bereits zuvor wurde die AFC mit der Durchführung beauftragt. Im Rahmen dessen wird eine Umfrage erstellt, deren Link Sie voraussichtlich im April über Ihre Landes-/Tierärztekammer erhalten.

Bitte nehmen Sie an der Umfrage teil. Eine breite Beteiligung ist wichtig – ausdrücklich auch von Tierärzt:innen, die die Novelle als positiv und hilfreich empfunden haben.

 

STIKO-Impfempfehlungen 2026: Anpassungen für den Impfalltag

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre aktualisierten Impfempfehlungen für 2026 veröffentlicht. Die im Epidemiologischen Bulletin vom 22. Januar 2026 erschienene Fassung ersetzt die bisherigen Empfehlungen und integriert zugleich mehrere bereits 2025 beschlossene Änderungen in den aktuellen Impfkalender. Die Neuerungen betreffen sowohl Standard- als auch Indikationsimpfungen. Anpassungen wurden u. a. bei Impfungen gegen RSV, Chikungunya, Mpox, Influenza, Herpes zoster, Hib, Pneumokokken und Meningokokken vorgenommen.

Eine wichtige Änderung betrifft die Influenzaimpfung: Aufgrund der weltweiten Verbreitung hochpathogener H5Nx-Viren wurde die Indikationsgruppe erweitert: Künftig wird die jährliche Impfung auch Personen empfohlen, die regelmäßig direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben haben – unabhängig davon, ob dies beruflich oder privat erfolgt. Ziel ist es, das Risiko zoonotischer Übertragungen frühzeitig zu reduzieren.

Die aktualisierten Empfehlungen bringen damit praxisrelevante Anpassungen für den Impfalltag und unterstreichen die Bedeutung einer risikoorientierten Impfstrategie.

 

HI-Tier: Impfstatus für BTV-3 jetzt erfassbar

Im Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HI-Tier) können berechtigte Personen ab sofort Eintragungen zu Impfungen gegen das Blauzungenvirus vom Subtyp 3 (BTV-3) vornehmen, informierte das Referat 323 des Bundministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Auf dieser Grundlage wird ein Impfstatus für die Tiere berechnet.

Nach Durchführung der Impfung wird zunächst – entsprechend den Vorgaben der Packungsbeilage – der Status der Grundimmunisierung ermittelt. Da derzeit noch keine abschließenden Angaben zur Dauer der Immunität vorliegen, wird der Zeitraum bis zu einer erforderlichen Wiederholungsimpfung vorläufig auf 365 Tage festgelegt. Auch für Kälber von geimpften Muttertieren wird ein entsprechender Status berechnet. Die Funktion soll Tierhaltende dabei unterstützen, den Impfschutz ihrer Tiere besser im Blick zu behalten und rechtzeitig an Auffrischungsimpfungen zu denken. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der in HI-Tier ausgewiesene Impfstatus kein automatisches Zertifikat für das Verbringen von Tieren darstellt. Maßgeblich bleiben die jeweils zuständigen Behörden. Änderungen bei den Angaben zur Immunitätsdauer durch die Impfstoffhersteller sollen künftig in die Statusberechnung einfließen.

 

Erstes Wildtierhilfe-Zentrum Deutschlands eröffnet in Neu-Isenburg 

Am 1. April 2026 eröffnet in Neu-Isenburg (Hessen) das erste Wildtierhilfe-Zentrum (WZ) Deutschlands. Das Pilotprojekt des Bundesverbands der Wildtierhilfen (BVW) soll als Modell für weitere Zentren in Städten und Ballungsräumen dienen.

Hintergrund ist die stetig steigende Zahl hilfsbedürftiger Wildtiere, insbesondere im urbanen Raum. Betroffen sind v. a. Kleinsäuger wie Igel und Eichhörnchen sowie Sing- und Rabenvögel. Ursachen sind häufig menschliche Einflüsse wie Straßenverkehr, Mähroboter oder Eingriffe in Lebensräume. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an ausreichenden Kapazitäten in Auffangstationen und an spezialisierten tierärztlichen Angeboten.

© BVW

Das neue Zentrum bietet eine zentrale, niedrigschwellige Anlaufstelle für Finder:innen von Wildtieren sowie für Behörden wie Polizei und Feuerwehr. Nach einer fachlichen Ersteinschätzung und -versorgung werden die Tiere an geeignete Pflegestellen oder wildtierkundige Tierärzt:innen weitervermittelt. Ergänzend erfolgt eine Beratung – idealerweise bereits vorab per Telefon oder digital – zur Einschätzung der Hilfsbedürftigkeit.

Neben der Tieraufnahme umfasst das Angebot auch eine kostenfreie Beratung zur wildtierfreundlichen Gartengestaltung sowie zur artgerechten Fütterung. Interessierte können sich zudem ehrenamtlich engagieren oder über Praktika Einblicke in die Wildtierhilfe gewinnen.

Träger des Zentrums ist der Bundesverband der Wildtierhilfen, der sich durch Interessenvertretung, Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung wissenschaftlicher Projekte für den Wildtierschutz einsetzt.

 

Umfrage: Tiermissbrauch in der Kleintiermedizin

Ziel einer Studie des Messerli Forschungsinstituts der Veterinärmedizinischen Universität Wien ist es, umfassende Einblicke in die Erfahrungen und den Umgang von Kleintiermediziner:innen in Österreich, Deutschland und der Schweiz im Hinblick auf Tiermissbrauch – einschließlich Vernachlässigung sowie körperlicher, psychischer und sexuellem Missbrauch – zu gewinnen. Die Beantwortung des Fragebogens nimmt ca. 15 bis 20 Minuten in Anspruch und trägt zu einem besseren Verständnis der Häufigkeiten von Tiermissbrauch an Kleintieren bei sowie die Herausforderungen zu identifizieren, mit denen Tiermediziner:innen beim Erkennen, Melden und Behandeln dieser Fälle konfrontiert sind.

Die Umfrage ist bis 04.05.2026, geöffnet unter:

https://survey.alchemer.eu/s3/91042311/Tiermissbrauch-in-der-Kleintiermedizin       

 

 

Newcastle Disease erstmals seit Jahrzehnten wieder in Deutschland 

Erstmals seit rund 30 Jahren sind im Februar in Deutschland wieder Fälle der Newcastle-Krankheit (ND) bei Geflügel aufgetreten. Betroffen waren sowohl große kommerzielle Bestände als auch Kleinhaltungen in Brandenburg und Bayern.

Die nachgewiesenen Viren gehören zum Genotyp VII.1.1, der seit 2023 in Osteuropa zirkuliert. Auffällig war ein teils verzögerter Krankheitsverlauf in teilimmunisierten Beständen, was das Risiko einer unbemerkten Virusverbreitung erhöhte. Es wird daher mit weiteren Ausbrüchen gerechnet.

Tierärzt:innen und Tierhaltende sind zu erhöhter Wachsamkeit und konsequenter Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen aufgerufen. Verdachtsfälle sollten frühzeitig gemeldet und Kontakte zwischen Beständen möglichst reduziert werden.

Die Impfung bleibt eine zentrale Säule der Seuchenbekämpfung. In Deutschland besteht weiterhin eine Impfpflicht für Hühner und Puten – unabhängig von der Haltungsform. Bestehende Impfstoffe bieten nach aktueller Einschätzung weiterhin Schutz vor schweren Krankheitsverläufen.

Angesichts der aktuellen Situation wird empfohlen, den Impfstatus der Bestände zu überprüfen und gegebenenfalls Auffrischungsimpfungen durchzuführen.

 

Studienteilnehmer gesucht:
Kathetergestützter Mitralklappenersatz für symptomatische Hunde

Die degenerative Mitralklappenerkrankung (DMVD) ist die häufigste erworbene Herzerkrankung bei kleinen Hunderassen.

Die Kleintierklinik der Justus-Liebig-Universität Gießen führt aktuell eine klinische Studie zum kathetergestützten Mitralklappenersatz durch, der zum Ziel hat, die Lebensqualität und Lebenszeit betroffener Hunde zu verbessern.

Folgende Kriterien sind Voraussetzung:

  • Körpergewicht: unter 13 kg
  • Diagnose: Echokardiografisch bestätigte degenerative Mitralklappenerkrankung
  • Stadium: Vorliegen klinischer Symptome (Stadium C oder D nach ACVIM-Leitlinien)
  • Ausschluss: Schwere Begleiterkrankungen

Anmeldung: Haben Sie einen möglichen Patienten, dann senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Mitralklappenersatz“ an kardiologie@vetmed.uni-giessen.de

Abteilung Kardiologie Kleintierklinik der Justus-Liebig-Universität Gießen, Ansprechpartner: Prof. Dr. M. Schneider

 

Umfrage zum Schlachthofpraktikum

In einem Forschungsvorhaben an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wird aktuell eine bundesweite Umfrage zum Schlachthofpraktikum im Veterinärmedizinstudium durchgeführt. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie das Schlachthofpraktikum und die Vorbereitung darauf wahrgenommen werden, welche Erwartungen bestehen, welche Erfahrungen gemacht wurden und wo mögliche Herausforderungen liegen. Durch die rückblickenden Einschätzungen soll die universitäre Vorbereitung und Begleitung des Schlachthofpraktikums weiterentwickelt und Studierende künftig noch gezielter und bedarfsgerechter unterstützt werden.

Die Umfrage richtet sich an Tierärzt:innen, die ihre Approbation ab 2023 erhalten haben.
Die Teilnahme dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Laufzeit der Umfrage: bis voraussichtlich 15.05.2026

Hier geht es zur Umfrage: https://survey.tiho-hannover.de/survey3/index.php/953436

Ansprechpartnerin: Tierärztin Lara Pahl, Lara.Pahl@tiho-hannover.de

 

FVE-News                      

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt April 2026

 

Tierseuchenmeldungen

Im Zuge der Anpassung des nationalen Tiergesundheitsrechts an die europäischen Vorgaben wurde u. a. eine neue nationale Tierseuchenmeldeverordnung eingeführt. Wer jetzt welche Tierseuchen innerhalb welcher Zeiträume an wen melden muss, wird von Dr. Madlen Pilz und ihren Kolleginnen vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) erläutert.

Tierschutz

Die von BTK, BbT, bpt, DVG und TVT gegründete Tierärztliche Plattform Tierschutz (TPT) führt am 12./13. Juni 2026 ihre inzwischen 8. Tagung durch und widmet sich im Hybridformat diesmal dem Thema „Tiergestützte Interventionen und Aktivitäten“.

Praxis

Die Transfusionsmedizin ist eine anspruchsvolle Therapieform, nicht nur, weil Blutprodukte nur beschränkt verfügbar sind und ihre Verabreichung nicht ohne Risiken ist. Korrekte Indikationsstellungen und Transfusionspraktiken sind daher von großer Bedeutung – eine Übersicht zur Spezies Hund von Prof. Dr. Barbara Kohn und Dr. Christiane Weingart.

 

2026

2. April Ausschuss für Gebühren Videokonferenz
8. April Ausschuss für Tierschutz Videokonferenz
9. April Ausschuss für Versuchstierkunde und 3R Berlin
16./17. April Erweitertes Präsidium Berlin
17./18. April Frühjahrs-Delegiertenversammlung Berlin
23. April Ausschuss für Schweine Berlin oder Hannover
4. Mai Ausschuss Berufs- und Standesrecht, Geschichte und Ethik Videokonferenz
8. Mai Ausschuss für Pferde Berlin
11. Mai Präsidium Berlin
19./20. Mai  Geschäftsführerkonferenz  Stralsund
9. Juni Ausschuss für Wiederkäuer Videokonferenz
16. Juni Bundesweiterbildungsarbeitskreis Berlin
23. Juni AG Tiermedizinische Hilfsberufe Videokonferenz
24. August Ausschuss für Finanzen und Haushalt Berlin
25. August ATF-Vorstand Berlin/Videokonferenz
1./2. Oktober Erweitertes Präsidium Berlin
2./3. Oktober Herbst-Delegiertenversammlung Berlin

Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen

Präsenzveranstaltungen

Online-Fortbildungen

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links. 

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