Aktueller Rundbrief: Ausgabe 10 – Oktober 2026
Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.
Parlamentarischer Abend der Bundestierärztekammer
Unter dem Motto „Zukunft der Tiermedizin – Entlasten. Digitalisieren. Versorgen.“ hat die Bundestierärztekammer (BTK) bei ihrem Parlamentarischen Abend am 14. Oktober 2026 zentrale Forderungen an Politik und Verwaltung formuliert.
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Dr. Holger Vogel bei seiner Begrüßungsrede, © BTK
Im Mittelpunkt standen der Abbau unnötiger Bürokratie, die bessere Nutzung vorhandener Daten sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die tierärztliche Versorgung.
BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel machte deutlich, dass Bürokratieabbau nicht zulasten von Tier-, Verbraucher- oder Gesundheitsschutz gehen dürfe. Die BTK fordert u. a. einheitliche Regelungen bei Sachkundenachweisen im Tierschutz, ein bundesweites Register für Tierhaltungsverbote sowie den Abbau doppelter Dokumentationspflichten im Fleischhygienerecht.
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Schirmherrin Dr. Franziska Kersten, MdB, bei ihrem Grußwort, © BTK
Auch bei der Digitalisierung sieht die BTK erhebliches Potenzial. Gesundheits-, Behandlungs- und Schlachtdaten sollten stärker zusammengeführt und für gezieltere Kontrollen genutzt werden. Dafür sprechen sich die BTK-Fachausschüsse u. a. für eine zentrale Tiergesundheitsdatenbank aus. Auch KI-gestützte und fernunterstützte Verfahren könnten künftig entlasten – vorausgesetzt, Technik und Systeme sind zuverlässig validiert und die fachliche Verantwortung verbleibt bei den amtlichen Tierärzt:innen.
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Hermann Färber, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Deutschen Bundestags hielt ein Grußwort, © BTK
Zugleich betonte die BTK die Bedeutung von Praxen, Kliniken und Veterinärbehörden für Tiergesundheit, Tierseuchenbekämpfung, Lebensmittelsicherheit und Krisenvorsorge. Die Tierärzteschaft müsse deshalb frühzeitig in politische und regulatorische Prozesse einbezogen werden.
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Dr. Holger Vogel, Dr. Franziska Kersten, Hermann Färber,
Ina Latendorf, MdB, u. Dr. Evelin Stampa (BTK-Vizepräsidentin) (v.l.n.r.), © BTK
#NoBirdFlu: Neue Materialien zur Prävention der Geflügelpest
Mit Blick auf den bevorstehenden herbstlichen Vogelzug haben die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Kommission im Rahmen der Kampagne #NoBirdFlu neue Informationsmaterialien zur Prävention der Geflügelpest bereitgestellt.
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© EFSA
Das Angebot richtet sich insbesondere an Landwirt:innen, Halter:innen kleiner Geflügelbestände sowie Tierärzt:innen. Ziel ist es, zentrale Biosicherheits- und Präventionsmaßnahmen verständlich zu vermitteln und damit das Risiko einer Einschleppung und Weiterverbreitung der Aviären Influenza zu verringern.
Zur Verfügung stehen u. a. Infografiken, ein Poster für den Betriebsalltag, ein Informationsvideo sowie vorbereitete Social-Media-Inhalte. Die Materialien werden in allen EU-Sprachen angeboten und können kostenfrei heruntergeladen und weiterverbreitet werden.
Weitere Informationen und Materialien sind auf der #NoBirdFlu-Website der EFSA verfügbar.
Zehn Jahre „Tierversuche verstehen“: Mehr Transparenz in der Forschung
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Die Initiative „Tierversuche verstehen“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 2016 setzt sie sich für eine offene, faktenbasierte und verständliche Kommunikation über Tierversuche in der biomedizinischen Forschung ein. Bei einer Jubiläumsveranstaltung Anfang Oktober in Berlin diskutierten rund 150 Teilnehmende aus Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation über Fortschritte und Herausforderungen im öffentlichen Dialog.
Nach Einschätzung der Initiative hat sich die Kommunikation über Tierversuche in den vergangenen Jahren deutlich verändert: Forschende und Forschungseinrichtungen informieren heute häufiger über ihre Arbeit, erläutern wissenschaftliche und ethische Abwägungen und machen auch Alternativmethoden sowie das 3R-Prinzip stärker sichtbar. Gleichzeitig bleibt das Thema gesellschaftlich kontrovers und anfällig für Vereinfachungen und Desinformation.
Einen wichtigen Beitrag zur Transparenz leistet auch die 2021 gestartete Initiative Transparente Tierversuche, der sich inzwischen 131 Einrichtungen angeschlossen haben. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurden sechs Institutionen für besonders gelungene Kommunikation zu tierexperimenteller Forschung ausgezeichnet.
Auch künftig will „Tierversuche verstehen“ den Dialog weiter ausbauen und Forschende sowie Einrichtungen dabei unterstützen, ihre Arbeit transparent und nachvollziehbar zu vermitteln.
- Beitrag „Offenheit braucht Rückhalt“ auf der Website Tierversuche verstehen vom 07.10.2026
West-Nil-Virus: Deutlicher Anstieg der Fälle seit Mitte September
Das Infektionsgeschehen mit dem West-Nil-Virus (WNV) hat in Deutschland seit Mitte September deutlich zugenommen. Bis zum 26. Oktober 2026 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) insgesamt 17 Fälle bei Pferden sowie 25 Fälle bei Wild- und Zoovögeln.
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© AdobeStock/Edijs
Nachweise gab es weiterhin in bekannten Endemiegebieten wie Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Auffällig ist zudem eine Häufung von Erkrankungsfällen bei Pferden und Vögeln im Südwesten Deutschlands, insbesondere im Oberrheingraben. Nach Einschätzung des FLI ist dort mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer dauerhaften Etablierung des Virus auszugehen.
Da die WNV-Saison noch nicht beendet ist, sollte bei neurologischen Symptomen bei Pferden und Vögeln weiterhin an eine Infektion mit West-Nil-Virus gedacht und diese differentialdiagnostisch abgeklärt werden.
Im europäischen Vergleich bleibt das Infektionsgeschehen in Deutschland bislang moderat. ECDC und EFSA berichten für 2026 jedoch von einem bislang beispiellosen Ausmaß der WNV-Aktivität in Europa mit einer größeren geografischen Verbreitung sowie höheren Fallzahlen bei Menschen und Tieren als in den Vorjahren.
Erste bekannte menschliche Infektion mit Shamonda-Virus
In Frankreich ist Ende Oktober 2026 erstmals weltweit eine Infektion eines Menschen mit dem Shamonda-Virus (SHAV) bekannt geworden. Betroffen war eine stark immungeschwächte Person; der Verlauf endete tödlich. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gibt es bislang keine Hinweise auf eine Gefährdung der Allgemeinbevölkerung. Der Einzelfall wird weiter untersucht.
Auch in Deutschland beginnen Untersuchungen dazu, ob Menschen Antikörper gegen das Virus aufweisen.
Das Shamonda-Virus tritt seit Sommer 2026 v. a. bei Rindern, Schafen und Ziegen in mehreren mitteleuropäischen Ländern auf. Bei diesen Tierarten verliefen die Infektionen überwiegend mild. Bei Pferden wurden hingegen einzelne schwere Verläufe mit zentralnervösen Symptomen beobachtet; bei verendeten Tieren wurden hohe Viruslasten im Gehirn nachgewiesen.
Projekt OnkoDog startet
Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersucht im Projekt OnkoDog, ob speziell trainierte Hunde Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts anhand von Urinproben erkennen können. Das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben wird von der NBank mit 290.000 Euro gefördert.
Im Mittelpunkt stehen Prostata-, Blasen- und Nierenkrebs. Hintergrund ist die Fähigkeit von Hunden, geringste Veränderungen in Geruchsprofilen wahrzunehmen. Erkrankungen können durch veränderte Stoffwechselprozesse charakteristische Mischungen flüchtiger organischer Verbindungen erzeugen. Bereits während der COVID-19-Pandemie hatte die TiHo gezeigt, dass trainierte Hunde SARS-CoV-2-Infektionen anhand von Geruchsproben erkennen können.
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© AdobeStock/Martin
Gemeinsam mit der AWiAS Aviation Services GmbH und dem Technologieunternehmen Sindojan Automotive will das TiHo-Team um Sebastian Meller, PhD, und Prof. Holger Volk, PhD, nun medizinische Spürhunde für die Erkennung der drei Krebsarten ausbilden. Die Leistungsfähigkeit der Hunde soll in verblindeten Tests überprüft werden. Parallel werden die Geruchsprofile der Proben im Labor analysiert, um die für die Erkennung relevanten Stoffe näher zu charakterisieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. In einem Unternehmen soll erprobt werden, ob sich eine solche nicht-invasive Untersuchung unter Alltagsbedingungen einsetzen lässt. Eine eigens entwickelte Software soll die Proben anonymisieren und auffällige Ergebnisse zuordnen.
Studie: Schwangerschaft und Stillzeit bei selbstständigen Tierärztinnen in Deutschland
Als Teil einer Dissertation werden Interviewpartnerinnen gesucht, die gerne etwas über ihre persönliche Erfahrung mit der Schwangerschaft und Stillzeit während der Selbstständigkeit berichten möchten.
Mithilfe der qualitativen Interviews soll v. a. untersucht werden, wie selbstständige praktizierende Tierärztinnen ihre berufliche Tätigkeit in der Schwangerschaft und Stillzeit umgesetzt haben und welche Erfahrungen und Folgen sich daraus für sie ergeben haben. Auch der Umgang mit emotionalen und finanziellen Aspekten sowie die fehlenden gesetzlichen Regelungen sind von Interesse. Die Interviews dauern ca. 45 Minuten, werden streng vertraulich behandelt und vollständig anonymisiert.
Die Interviews sind geplant für das erste Quartal 2027 online über Videotelefonie.
Das Vorhaben wird am Lehrstuhl für Innere Medizin und Chirurgie der Klinik für Wiederkäuer mit Ambulanz und Bestandsbetreuung
der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriela Knubben-Schweizer und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Yves Jeanrenaud von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik & Fakultät Management, Kultur und Technik an der Hochschule Osnabrück durchgeführt.
Bei Interesse an der Studienteilnahme und bei Fragen melden Sie sich bitte bei: Caroline Gentz, C.Gentz@lmu.de
Steve Roczen neuer 2. Vorsitzender des vmf
Der Bundesvorstand des Verbands medizinischer Fachberufe (vmf) hat Steve Roczen zum kommissarischen 2. Vorsitzenden des geschäftsführenden Vorstands nachgewählt. Er übernimmt das Amt zusätzlich zu seiner Funktion als Vorsitzender des Landesverbands Süd und bildet gemeinsam mit Stephanie Schreiber den geschäftsführenden Vorstand.
Roczen ist gelernter Medizinischer Fachangestellter (MFA), verfügt über Fortbildungen zum Versorgungsassistenten in der Hausarztpraxis und zum Nichtärztlichen Praxisassistenten und bringt langjährige Praxiserfahrung als Teamleiter mit. Seine Amtszeit läuft bis zur nächsten Bundeshauptversammlung im Mai 2028.
Mit seiner Wahl folgt er auf Karin Becker-Oevermann, die das Amt seit Juni 2024 kommissarisch innehatte.
FVE-News 
- Newsmail 7. Oktober 2026
- Newsmail 13. Oktober 2026
- Newsmail 20. Oktober 2026
- Newsmail 27. Oktober 2026
Inhalte Deutsches Tierärzteblatt November 2026
Arzneimittel
Ein Autorenteam des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) fasst hier die Ergebnisse der Antibiotikaabgabemengen für das Jahr 2025 zusammen und vergleicht diese mit den Zahlen aus den Vorjahren.
Tätigkeitsbericht
Anlässlich der Herbst-Delegiertenversammlung Anfang Oktober in Berlin informierte BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel über die BTK-Gremienarbeit des letzten halben Jahres. Es gilt das gesprochene Wort.
Tierärzte Atlas
Im Namen des Dessauer Zukunftskreises stellt Jörg Held hier den Tierärzte Atlas vor, der anhand der Daten aus dem Jahr 2025 einen breiten Dateneinblick in die tiermedizinische Branche gibt.
2026
| 30. Oktober | Ausschuss für Arbeitsbedingungen | Berlin |
| 2. November | Juristischer Arbeitskreis | Videokonferenz |
| 3. November | Ad-hoc-AG „Tiermedizinische Assistenzberufe“ | Videokonferenz |
| 10. November | Ausschuss für Tierschutz | Berlin |
| 12. November | Ausschuss für Tierseuchen | Berlin/Videokonferenz |
| 16. November | Ausschuss für Berufs- und Standesrecht | Videokonferenz |
| 8. Dezember | Ausschuss für Pferde | Videokonferenz |
| 8. Dezember | Ausschuss für Wiederkäuer | Videokonferenz |
Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen
Bleiben Sie gesund!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle
*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.
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