Bloß keinen Welpen unterm Weihnachtsbaum!

Die BTK warnt vor tierischen Weihnachtsschnäppchen

BTK Berlin (02.12.2016) Tiere unterm Weihnachtsbaum sollten stets tabu sein. Um keine böse Überraschung zu erleben, gilt dies in besonderem Maße für „Schnäppchenwelpen“ oder Rassen mit Qualzuchtmerkmalen wie Mops oder Englische und Französische Bulldogge – Hunde, die auf der Liste der Begehrlichkeiten ganz oben stehen.
Soll es ein Hund zu Weihnachten sein, dann erst mal einen Gutschein schenken und auf die Herkunft aus einer seriösen Zucht achten. © Fotolia
(BTK/Berlin) Nur noch vier Wochen bis zum Heiligen Abend – höchste Zeit also, die Wunschzettel abzuarbeiten und das passende Geschenk zu besorgen. Ganz hoch im Kurs stehen immer wieder tierische Weihnachtsgeschenke, und hier besonders vermeintlich pflegeleichte Modehündchen wie Mops, Französische Bulldogge oder Chihuahua.

„Ein Klick im Internet genügt, um zum Traumhund zu gelangen: Winzige Chihuahua-Welpen in glitzerndes Geschenkpapier drapiert, Baby-Möpse, die mit großen Kulleraugen in die Kamera schauen, bezaubernde Bulldoggen, die sich herzallerliebst in kuschliges Schafsfell schmiegen – die Botschaft ist eindeutig: Nimm! Mich! – Ich bin ein Traumhund und preiswert noch dazu!“, beschreibt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer, das Dilemma.
Und auch, wenn mittlerweile „Pop-up“-Fenster vor dem Kauf von Billigwelpen warnen, schreckt das viele Schnäppchenjäger nicht ab. Der große Katzenjammer kommt dann schnell: Die Welpen stammen meist aus Vermehrungszuchten, wurden viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt und sind dadurch häufig krank oder verhaltensgestört. In der Regel sind die Hunde nicht ordnungsgemäß geimpft oder entwurmt und auch die Papiere oft gefälscht. Besonders perfide: „Um die Interessenten zu täuschen, wird eine richtige Zuchtstätte vorgetäuscht und die Welpen häufig einer fremden Hündin untergeschoben, um die als Mutter zu präsentieren“, erklärt Tiedemann.

Die Bundestierärztekammer rät:

• Soll ein Hund geschenkt werden und ist der Wunsch wirklich ernsthaft überlegt, am besten einen Gutschein in Verbindung mit einem guten Buch zur Hundehaltung oder eine Welpen-Erstausstattung schenken!

• Soll es unbedingt eine bestimmte Rasse sein, im Vorfeld gut beraten lassen und einen seriösen Züchter dieser Rasse suchen – jeder Tierarzt weiß, worauf man dabei achten muss.

• Verantwortungsvolle Züchter haben nur ein oder zwei Würfe pro Jahr. Um einen gesunden, gut aufgezogenen Welpen zu bekommen, muss man Wartezeiten und oft auch einen weiten Anreiseweg in Kauf nehmen.

Vorsicht bei den momentan so beliebten Rassen wie Mops, Englische oder Französische Bulldogge: Sie werden besonders häufig von unseriösen Vermehrern zu Schnäppchenpreisen übers Internet verschleudert. Vor allem aber entwickeln diese Rassen durch den extrem kurzen Gesichtsschädel über kurz oder lang einen erheblichen Leidensdruck, haben meist starke körperliche Einschränkungen oder sogar ausgeprägte Schmerzen.

• Soll es also unbedingt ein Vertreter dieser Rassen sein, hier noch kritischer auf die Herkunft der Tiere schauen und sich die Eltern zeigen lassen. Aber: Höhere Tierarztkosten einkalkulieren, denn auch gesunde Elterntiere sind keine Garantie dafür, dass der Nachwuchs wirklich frei atmen kann oder keine Augen- oder Hauptprobleme hat.

• Prinzipiell gilt: Wer Hunde wirklich liebt, sollte daher auf die Anschaffung einer solchen Rasse verzichten oder auf einen „Retromops“, der noch frei atmen kann, zurückgreifen!
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