Tückische Darmparasiten

Tipps der Bundestierärztekammer zur Giardien-Infektion

BTK Berlin (27.08.2014) Wenn Hunde und Katzen unter starkem und immer wiederkehrendem Durchfall leiden, kann das viele Ursachen haben. Eine, an die man vielleicht nicht gleich denkt, ist die Infektion mit dem einzelligen Parasiten Giardia intestinalis.
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Durchfall bei Hund und Katze kann viele Ursachen haben – eine häufige und besonders für Jungtiere tückische ist die Giardiose, der Befall mit Giardien.
Hervorgerufen wird diese Durchfallerkrankung durch den Einzeller Giardia intestinalis, der bei vielen Wirbeltieren vorkommt. Die Fress- und Wachstumsstadien dieser Parasiten, sogenannte Trophozoiten, besiedeln den Dünndarm und vermehren sich dort durch Querteilung. Sie bilden Zysten, das sind widerstandsfähige Dauerformen, die in großer Anzahl mit dem Kot ausgeschieden werden und sich erst im Darm wieder in die aktive Form des Parasiten umwandeln. In feuchter Umgebung und im Wasser bleiben diese Zysten mindestens drei Monate, im Kot rund eine Woche infektiös.
„Hund und Katze infizieren sich, wenn sie Zysten über kot-verunreinigtes Wasser oder Futter aufnehmen oder durch Schmierinfektion beim Kontakt mit einem anderen infizierten Tier. Wenige Zysten reichen dabei für eine Infektion aus. Eine Übertragung auf den Menschen ist sehr selten, aber möglich“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.
Typische Symptome einer Giardiose sind chronischer oder immer wiederkehrender dünnbreiiger bis wässriger Durchfall, häufig mit abgeschiedener Darmschleimhaut durchsetzt. Das Tier ist darüber hinaus oft apathisch und appetitlos, erbricht und verliert an Gewicht.

Um Hund oder Katze gezielt behandeln zu können, ist es wichtig, eine Giardiose eindeutig zu diagnostizieren. Zysten des Parasiten lassen sich mikroskopisch im Kot nachweisen. Da sie aber nicht täglich ausgeschieden werden, sollten auf jeden Fall drei Kotproben innerhalb von drei bis fünf Tagen untersucht werden. Eine genauere Diagnose ist durch einen Nachweis erregerspezifischer Antigene aus dem Kot möglich – das ist in jedem Fall empfehlenswert. Konnte der Tierarzt Giardien nachweisen, muss das Tier mit einem entsprechenden Präparat behandelt werden. Mantel: „Wichtig ist es dabei, nach Abklingen der Symptome den Erfolg der Therapie durch Kotuntersuchungen zu überprüfen. Scheidet das Tier weiterhin Zysten aus, muss die Behandlung fortgesetzt werden.“

Was der Tierhalter tun kann:

• Hat der Tierarzt eine Infektion mit den einzelligen Parasiten nachgewiesen, müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden!

• Den Kot aus der Katzentoilette – wenn möglich – sofort entfernen. Die Hinterlassenschaften des Hundes im Freien in einem geschlossen Beutel zu entsorgen, sollte sich von selbst verstehen.

• Die Katzentoilette täglich mit kochendem Wasser säubern und gut abtrocknen!

• Hunde und möglichst auch Katzen zu Beginn und Ende der Behandlung gründlich mit einem speziellen Shampoo (beim Tierarzt erfragen) baden, bei langhaarigen Hunden und Katzen empfiehlt es sich, den Analbereich kurz zu schneiden.

• Futter- und Wassernäpfe täglich und Spielzeug zu Beginn der Behandlung mit kochendem Wasser oder in der Spülmaschine reinigen!

• Decken und Kissen bei mindestens 65 Grad waschen, auch Katzenkratzbäume gründlich reinigen.
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