Mehr Transparenz im Arzneimittelverkehr

BTK Berlin (10.11.2011) (Berlin) Angesichts der weltweiten Zunahme von resistenten Keimen will die Bundestierärztekammer (BTK) einen Beitrag zur Verbesserung der Datenlage über den Arzneimitteleinsatz in der Tierhaltung leisten. Die BTK hat auf ihrer Delegiertenversammlung am 5. November 2011 einstimmig ein Konzept zur Erfassung, Auswertung und Regulierung des Arzneimittelverbrauchs beschlossen.
(Berlin) Angesichts der weltweiten Zunahme von resistenten Keimen will die Bundestierärztekammer (BTK) einen Beitrag zur Verbesserung der Datenlage über den Arzneimitteleinsatz in der Tierhaltung leisten. Die BTK hat auf ihrer Delegiertenversammlung am 5. November 2011 einstimmig ein Konzept zur Erfassung, Auswertung und Regulierung des Arzneimittelverbrauchs beschlossen. Tierärzte sind nicht nur für die Tiergesundheit sondern auch für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständig. Seit vielen Jahren fordern sie mehr Transparenz im Arzneimittelverkehr und engagieren sich für die Entwicklung nachhaltiger Tiergesundheitskonzepte in der Nutztierhaltung. Über viele Monate hat die BTK nun ein eigenes, sorgfältig durchdachtes Konzept zum Arzneimittelverbrauch erarbeitet, dass hier vorgestellt wird.

Tierärzte stehen mit ihrem Namen dafür ein, dass nicht mehr Arzneimittel eingesetzt werden, als zur Heilung von Krankheiten nötig ist. Schon jetzt bestehen zahlreiche Dokumentationspflichten zum Tierbestand und zum Arzneimitteleinsatz. Diese werden aber in der DIMDI-Datenbank nur rückwirkend erfasst und nicht systematisch bestandsbezogen ausgewertet. Die Ausweitung der DIMDI-Datenbank ist ein wichtiger Schritt, den die Bundestierärztekammer von Anfang an gefordert hat, doch er geht nicht weit genug. Die BTK fordert in ihrem vorliegenden Konzept die unbürokratische Zusammenführung von Daten und die Identifikation des Anwenders. Damit würde erstmals ein Vergleich des Arzneimittelverbrauchs von Landwirten und des Verordnungsverhaltens von Tierärzten möglich. Tiergesundheitsprobleme im Betrieb und ein möglicherweise bedenklicher Arzneimittelverbrauch könnten frühzeitig erkannt und mit tierärztlichem Sachverstand verbessert werden. Außerdem würde eine Datenbasis geschaffen, die für die Erforschung und die Vermeidung der Resistenzentwicklung erforderlich ist.

Das frisch gewählte Präsidium der BTK wird in Kürze intensive Gespräche mit Tierhalterverbänden und Industrie führen, um eine rasche Umsetzung des Konzeptes auf den Weg zu bringen.

Tierärzte überwachen die gesamte Lebensmittelkette tierischen Ursprungs von der Produktion beim Landwirt bis zum Lebensmittel auf dem Teller. Die Tierärzteschaft bemüht sich seit vielen Jahren aktiv um die Vermeidung von Resistenzen unter anderem durch Leitlinien zum sorgfältigen Umgang mit Antibiotika. Tierärzte gewährleisten einen sicheren Arzneimittelverkehr durch Diagnose und Beratung.

Hier finden Sie das gesamte Konzept der Bundestierärztekammer

Maßnahmen zur Erfassung und Regulierung des Arzneimittelverbrauchs in der Nutztierhaltung
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