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Bundestierärztekammer





 Archiv - 2009

Gefahr durch Zunahme der Rindertuberkulose in Deutschland
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Tierärzte für aktiven Verbraucherschutz:
Rindertuberkulose ist auf den Menschen übertragbar. Die Untersuchung der Rinderbestände ist unverzichtbar! Die Deutsche Tierärzteschaft fordert:

Nur mittels flächendeckender Tuberkulinisierung (Hauttest) kann verhindert werden, dass
- die in den vergangenen 80 Jahren mit viel Mühe und finanziellem Aufwand bekämpfte Rindertuberkulose in Deutschland wieder heimisch wird und
- Handelssanktionen gegen deutsche Milch- und Fleischprodukte verhängt werden könnten.

Aktuell wurden 2008 in Deutschland 230 neue Erkrankungsfälle bei Rindern in 23 Betrieben registriert, 2009 sind bereits 15 Betriebe betroffen. Die am 12. Juni im Bundesrat beschlossenen Änderung der Tuberkulose-Verordnung ist nicht im Sinne des Verbraucherschutzes oder der Tierseuchenbekämpfung, denn, das ist der falsche Weg.

Seit 1997 gilt Deutschland als frei von Rindertuberkulose. ABER: In den letzen Jahren wurde wieder vermehrt Rindertuberkulose in deutschen Rinderbestände nachgewiesen. Deswegen hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz BMELV Mitte des Jahres 2008, eine Wiedereinführung der Tuberkulinisierung (Hauttest) von Rindern für einen bestimmten Zeitraum vorgeschlagen. Dies ist auch nach Ansicht der Bundestierärztekammer sehr wichtig.

Aus Kostengründen hat nun der Bundesrat am 12. Juni die flächendeckende Tuberkulinisierung abgelehnt. Stattdessen sollen intensivere Kontrollen beim Schlachtvorgang an den Schlachthöfen erfolgen.

Die deutsche Tierärzteschaft fordert: Das ist nicht ausreichend und zu spät!

Nur durch eine flächendeckende Tuberkulinisierung (Hauttest) können
- infizierte Tiere frühzeitig entdeckt und
- Menschen und Tiere vor dieser gefährlichen Krankheit geschützt werde und kann
- eine erneute Ausbreitung dieser Zoonose und Tierseuche bekämpft werden.

Die Rindertuberkulose zählt heute noch zu den bedeutendsten Zoonosen. Weltweit sterben rund 2-3 Millionen Menschen pro Jahr an Tuberkulose. Ungefähr ein Drittel der Weltbevölkerung bzw. mehr als zwei Milliarden Menschen sind mit einem Tuberkulose-Erreger infiziert.

Angesichts dringender Verdachtsmomente und in Verantwortung gegenüber Menschen und Tieren ist es nicht akzeptabel, wenn eine Gefährdung unerkannt bliebe. Derart dringende Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge dürfen nicht aus Kostengründen zurückgestellt und der Verbraucherschutz und erzielte Bekämpfungserfolge gefährdet werden.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer
Tel.: 08421 – 24 24 oder 089 – 21 99 08 10

PD. Dr. Franz J. Conraths, Friedrich Loeffler-Institut,
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Tel: 033979 – 8 01 76

Pressemitteilung 7/2009 vom 16. Juni 2009

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