FINDEN

 erweiterte Suche

Deutsches TierärzteblattArchiv für LebensmittelhygieneDer praktische TierarztKleintierpraxisBerliner und Münchener Tierärztliche WochenschriftDeutsche Tierärztliche Wochenschrift
HOME BTK Mitglieder Akademie für tierärztliche Fortbildung Berufliches Fachliches Service Pressestelle

Bundestierärztekammer





 Archiv - 2006

Voller Erfolg:
Schlachttieruntersuchung bleibt tierärztliche Aufgabe

Auch in Zukunft und auch in Kleinbetrieben wird die Schlachttieruntersuchung Aufgabe des amtlichen Tierarztes bleiben. Das hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gestern schriftlich mitgeteilt. Die Bundestierärztekammer begrüßt diese Entscheidung zugunsten des Verbraucherschutzes und ist erfreut über den Erfolg ihrer Protestaktionen.

Im Ausnahmefall kann die Fleischuntersuchung bereits heute allein von amtlichen Fachassistenten, allerdings nur unter Aufsicht des amtlichen Tierarztes erfolgen. Ende 2005 hatte eine Projektgruppe der Länderarbeitsgemeinschaft gesundheitlicher Verbraucherschutz vorgeschlagen, künftig in Schlachtbetrieben, die nicht mehr als 20 Großvieheinheiten pro Woche schlachten, auch die Lebenduntersuchung allein von amtlichen Fachassistenten durchführen zu lassen. Begründet wurde der Vorschlag mit einem zu erwartenden Mangel an qualifizierten amtlichen Tierärzten.

Die Bundestierärztekammer hat sich gegen dieses Vorhaben gewandt wegen der erheblichen Risiken für den gesundheitlichen Verbraucherschutz, zumal in weiten Teilen Deutschlands die Mehrheit der Betriebe betroffen gewesen wäre: Nur die tierärztliche Qualifikation könne gewährleisten, dass bei der Vielzahl möglicher Erkrankungen und sonstiger Auffälligkeiten für die Schlachtung nicht geeignete Tiere sicher erkannt werden. Der Sachverstand von Hilfspersonal sei dafür nicht ausreichend und keine geeignete Regelung für eine Durchführung unter Aufsicht des amtlichen Tierarztes möglich.

Am Protest gegen das Vorhaben der Länder hat sich der gesamte Berufsstand beteiligt: Bundestierärztekammer, Landestierärztekammern und auch andere tierärztliche Verbände haben wiederholt an die zuständigen Minister von Bund und Ländern appelliert, keine unnötigen Risiken für den gesundheitlichen Verbraucherschutz einzugehen. Außerdem haben in einer Unterschriftenaktion zahlreiche Tierärztinnen und Tierärzte persönlich bei ihren Länderministern protestiert.

Neben dem breit getragenen Protest mit fundierten Sachargumenten war für die Entscheidung des Bundesverbraucherministeriums offenbar das Datenmaterial ausschlaggebend, das die Bundestierärztekammer vorlegen konnte. Danach sind aktuell rund 3.800 Tierärztinnen und Tierärzte in der Fleischuntersuchung tätig, rund 5.400 haben die vorgeschriebene Ausbildung für amtliche Tierärzte absolviert und künftige Studienabsolventen haben automatisch die Berechtigung als amtlicher Tierarzt. Der von den Ländern als Argument angeführte drohende Personalmangel ist damit ausgeschlossen.



PRESSEINFORMATION
Bundestierärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e.V., Oxfordstr. 10, 53111 Bonn,
Tel. (02 28) 7 25 46-0/-70, Fax 7 25 46 66
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Margund Mrozek
PM 14/06, 10. August 2006

PDF Ausgabe   
Abstand