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Tierärzte/-innen verhüten, lindern und heilen nicht nur Leiden und Krankheiten der Tiere. Sie dienen darüber hinaus der Erhaltung und Entwicklung eines leistungsfähigen Tierbestandes und helfen, den Menschen vor Gefahren und Schädigungen durch Tierkrankheiten sowie durch Lebensmittel und Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen.

Tätigkeitsbereiche

Kleintierpraxis
Die Kleintiermedizin folgt den Fortschritten der Humanmedizin besonders dicht. Das gilt für Geräte wie Röntgen oder Ultraschall ebenso wie für die Labordiagnostik, Operationsmethoden oder Arzneimitteltherapie.
Während die Zahl der gehaltenen Haustiere heute kein nennenswertes Wachstum mehr zeigt, steigerten sich die Tierarztbesuche von Hundehaltern zwischen 1993 und 1998 von 6,3 auf 10,7 Millionen, bei Katzenhaltern von 5,2 auf 7,1 Millionen. Diese Zahlen belegen die steigende Intensität der Betreuung. Dabei sind Spezialisten mehr und mehr gefragt, sei es für Bereiche wie Naturheilverfahren, Verhaltenstherapie, Geriatrie, Kardiologie, Dermatologie oder Onkologie, sei es für spezielle Tiergruppen wie Ziervögel, Fische, Reptilien oder Kleinsäuger. Für den tierärztlichen Nachwuchs, der überwiegend in die Kleintierpraxis drängt, bedeutet dies, dass die Zukunft nicht im Einzelkämpfertum, sondern in der Kooperation von Spezialisten liegt.

Großtierpraxis
Die Intensivierung der Landwirtschaft und die immer größeren Leistungsanforderungen an die Nutztiere sind auch für den Tätigkeitsbereich in der Großtierpraxis nicht ohne Folgen geblieben. Die Zukunft liegt hier in der umfassenden tierärztlichen Bestandsbetreuung. Dabei hat der Nutztierbereich theoretisch dieselben medizinischen Entwicklungspotenziale wie die Kleintier- oder Pferdemedizin, ist aber viel stärker als diese von äußeren Rahmenbedingungen abhängig. An erster Stelle steht dabei die Tatsache, dass es um Lebensmittel liefernde Tiere geht und damit immer auch um den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Der Nutztierpraktiker ist Experte für Tiergesundheit, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit. Ziel des Tierarztes muss die Minimierung des Arzneimitteleinsatzes mit seinen Risiken von Rückständen und Resistenzen sein und die Gewinnung sicherer Lebensmittel aus einer gesunden Tierpopulation.

Öffentliches Veterinärwesen
Die Grundlage für die Produktion gesunder tierischer Lebensmittel ist die Aufzucht gesunder Tiere. Dazwischen liegen zahlreiche Kontrollen und Überwachungen, um dem Verbraucher Sicherheit geben zu können. Dem öffentlichen Veterinärwesen kommt in all diesen Prozessen eine besondere Bedeutung und eine große Verantwortung zu. Das Feld des öffentlichen Veterinärwesens ist weit gesteckt. Es umfasst unter anderem die Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen, den gesundheitlichen Verbraucherschutz, die Lebensmittelhygiene, die Sclachttier- und Fleischuntersuchung, die Überwachung des Arzneimittelverkehrs, die Überwachung der Ein- und Ausfuhr von Tieren, die Überwachung von Tierkliniken, Tierheimen und Tierkörperbeseitigungsanstalten und den Tierschutz.

Industrie
Heutzutage sind etwa 5,5 Prozent aller Tierärztinnen und Tierärzte in der Industrie beschäftigt, die Mehrzahl davon, etwa 83 Prozent, sind in der pharmazeutischen Industrie tätig. Die Breite der tierärztlichen Ausbildung ist dabei die Grundlage für die Einsatz- und Arbeitsmöglichkeiten von Tierärztinnen und Tierärzten in den verschiedenen Industriebereichen. Am Beispiel der Pharmaindustrie, von der Forschung und Entwicklung bis zum Vertrieb von Arzneimitteln, unabhängig von der Anwendung bei Mensch oder Tier, wird deutlich, dass Tierärzte bei allen Schritten mit beteiligt sind bzw. beteiligt sein können. Wesentliche Aspekte der Tätigkeit in der Industrie sind heutzutage die interessanten, meist abwechslungsreichen und oft international orientierten Aufgaben. Allerdings besteht, wie häufig im tierärztlichen Berufsfeld, schon jetzt bei allen Tätigkeiten in der Industrie immer eine Konkurrenzsituation zu anderen Berufsgruppen, wie beispielsweise Humanmedizinern, Biologen, Chemikern, Agrarwissenschaftlern oder Pharmazeuten.

Hochschulen
In der Forschung findet sich ein breites Spektrum von Qualifikationen, von der biomedizinischen Grundlagenforschung über die Pathologie bis hin zur stark praktisch ausgerichteten, anwendungsorientierten Forschung.
In allen Bereichen kommt heute hochmoderne Technik zur Anwendung, und die dort Beschäftigten sind zum Teil sehr spezialisiert. Die Aufgabenfelder umfassen eine wissenschaftliche Tätigkeit theoretischer oder klinisch-angewandter Art, Konzeption von Forschungsprojekten, Publikation von Forschungsergebnissen, nationale und internationale Kontaktaufnahme zu Forschungseinrichtungen, Ausbildung von Studierenden und Patientenversorgung in Kliniken.

Bundeswehr
Die Einsatzbereiche von Tierärzten/-innen bei der Bundeswehr sind überwiegend die Sanitätskommandos oder zentrale Institute des Sanitätsdienstes. Sie überwachen den Umgang mit Lebensmitteln tierischer Herkunft, untersuchen und begutachten Lebensmittel und Bedarfsgegenstände aus mikrobiologischer Sicht und sind in der Tierseuchenprophylaxe und im Tierschutz tätig.

Abstand